Theresienturm

Der Turm an der Theresienwiese in Heilbronn wurde Mitte 1940 als oberirdischer Luftschutzbunker in der Nähe des Bahnhofs errichtet. Ein mächtiger Sockel, dicke mit Naturstein verkleidete Betonwände und die schräge, ebenfalls aus Beton erstellte Haube kennzeichnen sein Äußeres. Mit seinem aus gestapelten Zylindern und Kegelstümpfen aufgebauten Volumen ist er eines der auffälligsten und prägnantesten Bauwerke im Heilbronner Stadtbild.

Die neue Erschließung des Theresienturms, geplant vom Architekturbüro JoosKeller, zeigt sich ebenfalls als klarer geometrischer Körper. Sie steht als schlanke Form abgerückt vom Turm entlang der Theresienstraße. So bleibt der denkmalgeschützte Hochbunker in seinem Äußeren unberührt - bekommt aber eine ebenso markante Erweiterung.

Ein Zugang im Inneren des Erschließungskörpers ermöglicht dem Besucher einen bequemen Aufstieg zum Turmeingang in rund acht Metern Höhe. Gerade ältere Menschen, denen der Turm vielleicht noch zu Zeiten des zweiten Weltkriegs Schutz geboten hat, profitieren von diesem erleichterten Zugang.

Der Eingang zum Erschließungsbau befindet sich - der Theresienwiese zugewandt - auf der Süd-West-Seite des Bauwerks. Von der Straße abgeschirmt ist hier der ideale Treffpunkt für Führungen. Von dort gelangt der Besucher über eine verschließbare Fassadentür zum Startpunkt. Der Aufstieg beginnt.

Partner
Wichtige Partner beim Gelingen des Projektes sind das Stadtarchiv der Stadt Heilbronn, das die Heilbronner Bürgerstiftung unter anderem mit Texten, Abbildungen sowie einer schon realisierten 3D-Präsentation im Otto-Rettenmaier-Haus unterstützt, sowie das Hochbauamt der Stadt Heilbronn, bei dem die Projektsteuerung liegt.


Im Turm herrschte bei jedem Angriff Totenstille, und es wurde gebetet. Hektik gab es eigentlich keine. Nur einmal standen wir in einer langen Schlange, und die Menschen haben geschimpft, weil es nicht voranging. Damals wurden wir auch ausnahmsweise durch den unteren Eingang in den Turm hereingelassen. Sonst war der untere Eingang für das Militär und der darüber liegende Eingang für die Bevölkerung vorgesehen.

Ein Zeitzeuge

Es kam der 20. Januar 1945, ein Samstag. Es war um die Mittagszeit, als Fliegeralarm gegeben wurde. Wir rannten alle in Richtung General-Wever-Turm, denn nach dem 4. Dezember war bekannt geworden, dass der bis zu diesem Zeitpunkt für die Bevölkerung geschlossene Schutzraum bei Angriffen zugänglich war. [...] Einem Mann hat es nicht mehr in den schützenden Bunker gereicht. Er wurde – wie sich später herausstellte – von umherfiegenden Gesteins- oder Metallteilen getroffen. [...] Es war sehr eng und sehr laut, die Menschen, die sich im oberen Turmbereich befanden, drückten nach unten und umgekehrt. Man hielt sich auch gegenseitig fest.

Eine Zeitzeugin


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